„Die Liebe macht, dass man mutig sein kann“ – Die Gründerin

Es ist dieser Ausspruch von Mutter Teresa, der zum Leben und Wirken von Carla Wiedeking passt wie kein zweiter. Von Kindesbeinen an bewies die spätere Gründerin von pro infante überaus viel Mut, um sich für diejenigen einzusetzen, die sie am meisten liebte: Kinder auf der ganzen Welt.

Andere spielten mit Puppen, Carla half Kriegskindern
Als der zweite Weltkrieg ausbrach, war Carla Wiedeking gerade einmal ein Grundschulkind. Trotz der schwierigen Bedingungen, unter denen sie mit ihrer Familie leben musste, ließ sie sich nicht davon abhalten, hungernde Babys und Kleinkinder aus der Nachbarschaft zu versorgen – manchmal auch zum Leidwesen ihrer Eltern.

Der katholische Glaube wies ihr den Weg
Nichts beeindruckte die kleine Carla so sehr wie die tiefe Gläubigkeit der Großmutter. Auch wenn sie den Eintritt in ein Kloster verwarf, in ihrem Denken und Handeln lebte Carla Wiedeking die Werte der katholischen Kirche ihr Leben lang.

Erste Begegnung mit Mutter Teresa
Gerade einmal junge Medizinstudentin geworden, brach Carla zur ihren ersten Indienreise auf. Diese sollte ihr Leben grundlegend verändern. Traf sie doch inmitten von Not und Elend auf Mutter Teresa. Die katholische Ordensschwester und spätere Friedensnobelpreisträgerin vertraute der tiefen Hilfsbereitschaft der jungen Frau auf Anhieb und bat sie: "Finde Eltern für meine Kinder."

Kinder als Berufung
Alsbald gab Carla Wiedeking das Medizinstudium zugunsten eines Lehramtsstudiums auf. Kaum das Examen in der Reisetasche flog sie erneut nach Indien. Hier kümmerte sie sich um Kinder mittelloser Familien – ganz im Sinne von Mutter Teresa. Vier der Ärmsten der Armen adoptierte sie sofort. Um auf Dauer möglichst vielen weiteren Kindern "echte Lebenschancen" geben zu können, gründete sie 1977 gemeinsam mit Freunden und Gleichgesinnten den Verein "pro infante action: kind in not e.V.

Adoptiveltern für 2.000 Kinder
Im Laufe der Jahre gelang es pro infante, mehr als 2.000 Kindern ein neues Zuhause bei Adoptiveltern zu vermitteln. Carla Wiedeking selbst adoptierte 17 Kinder: das größte Geschenk ihres Lebens. Denn "Gott dienen in dem Nächsten" war für sie die Erfüllung ihres irdischen Daseins.

Kraft aus dem Glauben
Beinahe 40 Jahre lang investierte Carla Wiedeking Kraft und Mut, welche sie aus ihrem praktizierten Glauben schöpfte, in ihr glückbringendes Lebenswerk.

Carla Wiedeking

  • Geboren am 13.03.1939
  • Kindheit in einer Großunternehmerfamilie
  • 1959 Beginn eines Medizinstudiums
  • erste Reise nach Indien
  • Begegnung mit Mutter Teresa
  • Wechsel vom Medizin- zum Lehramtsstudium
  • Examen als Grund- und Hauptschullehrerin
  • 1963 die zweite Indienreise
  • Adoption von vier Waisenkindern
  • 1977 Gründung von pro infante action: kind in not e.V.
  • Repräsentation des Ordens von Mutter Teresa in Deutschland
  • Bis 1982 Adoption weiterer 13 Kinder
  • 1997 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes
  • Gestorben am 15.08.2004
"Glücklich ist, wer helfen kann."